Teen Challenge Stuttgart e. V. - Hohenlohe
Rehabilitationszentrum "Schlößle"

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Lebensberichte

"Ich entdecke Neues – ich bin unterwegs zu mir selbst" von Linda

Es lag ein schwerer Weg zwischen dem ersten Kontakt zu Teen Challenge und dem tatsächlichen Therapiebeginn. Das genau zu beschreiben würde hier zu weit führen. Vor allem stand ich mir selbst im Weg. Letztendlich waren es die Gnade Gottes, die Liebe meiner Familie und die Geduld der Teen Challenge–Mitarbeiter, die mir den Mut gaben, mich meinen Problemen zu stellen. Im April 2005 startete meine Therapie. Aller Anfang ist schwer und ich kann gar nicht sagen, ob mir die völlige Umstellung meines Lebensstils, das enge Zusammenleben mit mir noch etwas fremden Menschen oder die neue Erfahrung, regelmäßig vor jemandem Rechenschaft ablegen zu müssen, am schwersten fiel.

Die größte Herausforderung während der ganzen Therapie lag allerdings darin, zu mir selbst zu finden.

Im Laufe meines Lebens hatte ich mir viele Methoden angeeignet, von denen ich glaubte, sie würden mich vor Verletzungen schützen. Durch diese Angewohnheiten habe ich dann aber viele Bewohner aus der Bernhardsmühle und dem Schlößle verletzt, oft, ohne es zu merken. Aber Gott tut Wunder. Ich wüsste nicht, wie ich es anders beschreiben könnte. Wurde ich früher auf meine Fehler hingewiesen, habe ich es entweder verdrängt oder mit aller Kraft dagegen argumentiert; auch heute fällt es mir oft schwer, damit umzugehen. Die regelmäßigen „Feedbackrunden“  haben mir gezeigt, dass Kritik ein wahres Geschenk sein kann, vor allem, wenn sie aus Nächstenliebe geschieht.

Nicht nur Kritik geschieht bei Teen Challenge aus Nächstenliebe. Ich bin mir sogar sicher, dass nichts in dieser Arbeit geschieht, das nicht als Grundlage den Wunsch enthält, Gottes Liebe weiter zu geben. Besonders gut kann man das beobachten, wenn Geburtstag gefeiert wird. Noch nie habe ich ein derartiges Fest erlebt. Seit Jahren war ich mir sicher, ich bräuchte Drogen und laute Musik, um feiern zu können. Bei TC wurde ich eines Besseren belehrt. Jedes Geburtstagskind bekommt eine, von der Deko über Essen bis hin zum Programm, ganz individuelle Party. Manchmal werden schon ein paar Tage vorher Theaterstücke ausgedacht und andere Programmpunkte eingeübt. Am Ende eines solchen Abends ist oft nicht nur das Geburtstagskind von der Fülle der Kreativität beschenkt.

Auf einen der festen Bestandteile des Therapiealltages möchte ich noch eingehen, obwohl es natürlich noch weit mehr Erzählenswertes gäbe. Das Arbeitstraining war eine der vielen Herausforderungen, die mich trotz häufiger Unlust und ein paar schwierigen Situationen im Umgang mit anderen Menschen gestärkt hat. Das Ausführen von „Dienstanweisungen“ fällt mir zwar nicht so schwer wie der Umgang mit Kritik, aber das meist körperlich anstrengende Arbeiten an Haus und Hof war oft erst mal eher Frust als Lust. Trotzdem hatte ich nach so ziemlich jedem Arbeitstraining das gute Gefühl, etwas geschafft zu haben. Wenn ich nicht gerade extrem zeigte, dass ich keine Lust hatte, wurde ich für meine Arbeit immer gelobt. Ich habe auch gelernt, wie wertvoll und vor allem lustig es sein kann, gemeinsam an etwas zu arbeiten. Dies war einer der vielen, vielen Schätze, die ich aus meiner Therapie mitnehmen durfte.

Edith Wenger hat mir zum Abschied geraten, den „Therapie – Koffer“ mit all den Erfahrungen und Erinnerungen nie in die Ecke zu stellen. Ich bin mir sehr sicher, dass der Lernstoff dieser Lebensschule für mich niemals an Wert abnehmen wird, eher wird er mit jedem Tag meines Lebens zunehmen.

Im Moment fordert mich die „normale“ Schule wieder heraus. Mit 20 Jahren drücke ich noch einmal die Schulbank um mein Abitur nachzuholen.

Im Alltag und vor allem im Umgang mit den Mitschülern ist es oft schwer, „ich selbst“ zu bleiben, aber ich weiß ja jetzt, dass es sich lohnt.

Linda


 

"Als ich endlich einsah, dass ich wirklich Hilfe brauchte, gingen Türen auf" von Bea

Bea hat von April 99 bis Oktober 2000 eine Therapie im Schlößle gemacht. Heute lebt sie in ihrer eigenen Wohnung und arbeitet als Kosmetikerin. Seit ihrer Therapie steht sie in gutem Kontakt mit dem Schlößle.

 

Über ihr Leben und ihren Neuanfang schreibt sie:

 

Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens bin ich ziemlich abgestürzt. Mein Freiheitsdrang und der Wunsch, unabhängig zu sein, führte mich in die tiefste Gefangenschaft und Not; ich wurde heroinsüchtig.

 

Als ich endlich einsah, dass ich wirklich Hilfe brauchte, gingen Türen auf.

 

Ich entschied mich, eine Therapie im Schlößle zu machen, weil es eine christliche Einrichtung ist. Ich wollte einen „letzen Versuch“ mit Jesus Christus wagen.

 

Oft habe ich selbst entzogen und versucht aufzuhören, aber ich konnte diese innere Leere nicht aushalten und wurde immer wieder rückfällig. Im Schlößle durfte ich erleben, wie es ist, erst mal anzukommen und angenommen zu werden, wie ich bin.

 

Dort lernte ich Menschen kennen, mit denen ich Freude und Schmerz teilen konnte. Sie schenkten mir ihre Zeit, echtes Mitgefühl und ihr Interesse.

 

Es ist eine besonders wertvolle Zeit für mich gewesen, Gemeinschaft mit Menschen zu haben, die mit Gott leben, seine Liebe ausstrahlen und mir schließlich selbst geholfen haben, eine lebendige Beziehung mit einem ganz realen persönlichen Gott aufzubauen.

 

So bekam ich neue Hoffnung und erfuhr: Wo Menschen am Ende sind, macht Gott einen neuen Anfang und mit ihm kann ich es schaffen.

 

Ich erlebe seinen Frieden tief in mir und spüre festen Boden unter meinen Füßen. Nahe bei ihm bin ich geborgen, ich verpasse nichts mehr.

 

Die Suche „Sucht“ hat aufgehört. Ich habe den Sinn des Lebens gefunden, ein Leben mit und für Jesus Christus.

 

Mein Wunsch ist es, Licht zu sein für meine Umwelt und für Menschen, die in Not sind. Ich möchte sie ermutigen, sich aufzumachen, um diesen wunderbaren Gott zu suchen, der schon mit weit ausgebreiteten Armen dasteht und wartet.

 

Viele Grüße

 

Bea

"Nicht die Angst vor dem Tag,

nicht die Last der Werke,

sondern der Herr weckt mich alle Morgen."

 

 

 

 

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